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Der Sensitive Beziehungswahn

Der Sensitive Beziehungswahn

Ein Beitrag zur Paranoiafrage und zur Psychiatrischen Charakterlehre
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Erstes Kapitel. Psychogen und paranoisch. Überwertige Idee und abortive Paranoia.- Zweites Kapitel. Zur psychiatrischen Charakterlehre.- Drittes Kapitel. Der erotische Beziehungswahn alter Mädchen.- Viertes Kapitel. Der Masturbantenwahn.- Fünftes Kapitel. Sonstige erotische Gemütskonflikte.- Sechstes Kapitel. Berufskonflikte.- Siebentes Kapitel. Charaktervarianten.- Achtes Kapitel. Habituelle Beziehungsneurosen.- Neuntes Kapitel. Zusammenfassung und Abgrenzung.- Zehntes Kapitel. Die Triebstrukturen und die endogenen Bereitschaften.- Elftes Kapitel. Über Liebeswahn.- Literatur.
In den zwischenliegenden Jahren konnte ich fortlaufend eigenes weiteres Material zu den Fragestellungen dieses Buches sammeln. Auch von anderen Forschern wurde eine Anzahl sie berührender Beobachtungen und Analysen in der Literatur niedergelegt. GAUPP schildert in fortlaufenden Veröffentlichungen die seelische Weiterentwicklung des Hauptlehrers Wagner; es interessiert uns hier besonders die Tatsache, daß auch sie wieder nicht nach dem starren, progressiven Paranoiaschema verläuft, sondern in der Anpassung an das Hinfallen alter und das Hervortreten neuer Umweltreize ihre psychologische Reaktivität auch weiter hin verrät: Die große Affektentladung des Massenmords und die katastrophale Umstellung der äußeren Lebenslage durch die Anstaltsinternierung zeichnet sich auch im psychischen Krankheitsverlauf als große Cäsur ab. Das aus der sexual ethischen Konfliktsspannung entsprungene, geschlossene Verfolgungswahnsystem blaßt bis zur weitgehenden Korrektur ab. Die wahn bereite Persönlichkeit bleibt natürlich bestehen und verfängt sich manchmal wieder in kleinen Anstalts erlebnissen. Im ganzen aber hat das Moment der moralischen Selbstquälerei, das ihn unseren Sensitiven verwandt macht, nunmehr nach der gewaltsamen Lösung seine Hochspannung verloren und liegt als abgeschlossene Lebensphase hinter ihm. Die Tendenzen der Selbstwerterhöhung, als die andere Seite seiner Persönlichkeit, haben nun in einer nicht mehr so verkrampften, weil nicht mehr so kontrastierten Weise freie Bahn und leben sich vor allem in dichterischen Produk tionen dramatischer Art aus - eine Selbstbefreiung durch Selbstdarstellung; sie werden nicht ohne äußeren Ehrgeiz betrieben. Die Neigung zur Selbstbespiege lung und zur Schau getragenen Menschenverachtung kommt immer wieder durch.

Mehr zum Thema

    Beziehung; Neurose; Persönlichkeit; Trieb

Produktdetails

Autor: Ernst Kretschmer
ISBN-13: 9783642494116
ISBN: 3642494110
Einband: Book
Seiten: 212
Gewicht: 370 g
Format: 246x172x15 mm
Sprache: Deutsch

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Rezensionen

Autor: Ernst Kretschmer
ISBN-13:: 9783642494116
ISBN: 3642494110
Erscheinungsjahr: 01.01.1950
Verlag: Springer Berlin Heidelberg
Gewicht: 370g
Seiten: 212
Sprache: Deutsch
Auflage 50003, 3. Aufl. 1950. Softcover reprint of the original 3rd ed. 1950
Sonstiges: Taschenbuch, 246x172x15 mm