Die "Raumforderung" des Rhizoms

Die Begriffsphilosophie der "Tausend Plateaus" und ihre Anwendbarkeit auf die Literatur am Beispiel des Erzählbandes von Thomas Melle
 Taschenbuch
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ISBN-13:
9783640379576
Einband:
Taschenbuch
Seiten:
24
Autor:
Yves Suermann
Gewicht:
43 g
Format:
215x146x12 mm
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:

Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, Ruhr-Universität Bochum (Germanistisches Institut), Veranstaltung: Anagramme des menschlichen Körpers. Körperbilder und Sprachkörper in der Gegenwartsliteratur , Sprache: Deutsch, Abstract: Mit MOI von Heiko Michel Hartmann wurde dem Seminar Anagramme des menschlichen Körpers. Körperbilder und Sprachkörper in der Gegenwartsliteratur ein Roman zugrunde gelegt, der sich nicht nur mit dem ausüben lässt. MOI erzählt vom gleichnamigen Virus der, über 50-Euro-Scheine übertragen, den Körper langsam auflöst und ihn schließlich platzen lässt. Der Protagonist Fred Openkör schildert seinen Krankheitsverlauf mit gesellschaftssatirischem Blick und macht auch vor ökonomie- und medienkritischen Körper auseinandersetzt, sondern auch den Körper Einfluss auf den Text Diskursen nicht halt. Die Schreibweisen, vom Krankheitsverlauf beeinflusst, werden zunehmend postmoderner. Fragmentarisch, delirierend, intermedial bildet sich ein Textkörper heraus der das literarische Kammerspiel einem übergeordneten Körperdiskurs unterstellt. Das Primat des Körpers macht die Literatur zu einer wahrhaftigen und authentischen.
Insbesondere, wenn es um die Betrachtung des Körpers in der Literatur gehen soll, wird ein Blick auf die Geophilosophie von Gilles Deleuze und Félix Guattari, vor allem mit einem Zuwachs an Beschreibungs- und Analyseformeln, belohnt. In ihrem 1976 vorab erschienenen Vorwort zu Tausend Plateaus , dem nach Anti-Ödipus zweiten Teil von Kapitalismus und Schizophrenie , etablieren sie den aus der Biologie entlehnten Begriff des Rhizoms. Während in der Botanik das Rhizom ein Sprossachsensystem bzw. Wurzelgeflecht bezeichnet, dient Deleuze und Guattari die Vokabel, ein Modell der Wissensorganisation zu beschreiben.
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In dieser Arbeit soll die Anwendbarkeit der Philosophie Deleuze und Guattaris auf die postmoderne Literatur am Beispiel von Thomas Melles Erzählband Raumforderung nachgewiesen werden. Die besondere Eignung dieses Textes ergibt sich zum Einen aus seinem Inhalt und seiner Auseinandersetzung mit dem Körper und zum Anderen aus seiner Plateaus bildenden Struktur.
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Da eine erschöpfende Analyse des Erzählbandes in Hinblick auf Deleuze und Guattari und den Körperdiskurs wenig Sinn macht, werde ich mich dem Text in den folgenden Kapiteln über die zentralen Begrifflichkeiten der Tausend Plateaus annähern, deren Nutzen nachweisen und sie anhand der konkreten Anwendung näher erläutern. So wird sich das Erfahren des Buches als Geflecht aus Linien und Plateaus ebenso verselbstständigen wie es am Leben der Helden Melles zu beobachten ist.